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        die Jahre 60er | 70er | 80er | 90er | 2000 ff  
 

Im Laufe der

neunziger Jahre hat sich das Äußere der Villa am Wannsee von Grund auf verändert. Es wurde der neuen geopolitischen Lage angepasst: Aus dem multimedialen Literaturlabor an der vordersten Front des Kalten Krieges wurde das, was Sandwerder 5 bereits zu Kaisers Zeiten war: Eine gepflegte Nobeladresse in der Hauptstadt der Deutschen.

Die Dichter kommen jetzt nicht mehr, um auf der Insel der Freiheit das Zittern vor den Kommunisten zu lernen, sondern um Deutsche ohne Mauer zu studieren. Die „Armen Poeten“ reisen von weit her, aus dem alten und neuen Europa, aus Afrika, Asien und Amerika. Sie, die Global Player, lesen in Hunderten von Sprachen und werden ins Deutsche übersetzt. Die Villa am Wannsee avanciert zu einem Haus der Literaturen der Welt.

Mit dieser Rolle übernimmt Höllerers LCB in den neunziger Jahren zunehmend auch Aufgaben, die vor der Einführung des dualen Systems vorwiegend von den öffentlich-rechtlichen Sendern wahrgenommen wurden: die Pflege der literarischen Tradition mit Veranstaltungen zu Geburts- und Todestagen, die Förderung des Nachwuchses mit Werkstätten für Übersetzer, Lyriker, Prosaisten, Dramatiker, Hörspielautoren und Drehbuchschreiber, mit Berlin-Stipendien und Auszeichnungen (Alfred-Döblin-Preis, Berliner Literaturpreis, Lyrik-Debütpreis) und die Diskussion von Tagesthemen (Verlage, Möglichkeiten des Erzählens, Interlit, Holocaust, Literatur in der DDR, Literatur und Erinnerung).

Es ist ein Literaturprogramm, das das LCB in Kooperation mit zahlreichen Einrichtungen in verschiedenen Berliner Bezirken durchführt: Akademie der Künste, Amerika Haus, Brecht-Haus, August-Bebel-Platz, Cafe Clara, Cafe Orplid, DAAD-Galerie, Haus der Kulturen, Literaturhaus, Maxim-Gorki-Theater, Polnisches Institut für Kultur, Wolff’s Bücherei. Und nicht zuletzt auch mit den drei Berliner Universitäten, die sich teure Dichter und Denker kaum noch leisten können.

Publikum außerhalb von Berlin erreicht das LCB durch seine Zusammenarbeit mit Köln und Bremen. Seit 1990 steht im Deutschlandfunk jeden Monat die Sendung "Studio LCB" auf dem Programm, in der renommierte Autoren unveröffentlichte oder neu erschienene Texte vorstellen.

Im "Literarischen Club", zu hören auf Radio Bremen, werden neunmal pro Jahr Neuerscheinungen von namhaften Kritikern besprochen.

...mehr zu dieser Epoche erfahren Sie im Kalender des LCB >

 

Die Highlights

  • 1990
    Buch Übersetzerwerkstatt 1990. Ein Brevier und Materialien für Übersetzer. Herausgegeben von Karin Graf. 152 Seiten, 15.--
  • 1990
    Video GETEILT DER WELT GEHÖREN. HANS BENDER - EIN VIDEOPORTRÄT in Co-Produktion mit dem Kulturkreis im BDI e.V. Köln
  • 1994
    Buch Theaterautorenwerkstatt Herausgegeben von Rainer Groß
  • 1995
    Dokumentarfilm EDGAR HILSENRATH - DAS GESICHT DES FREMDEN TRÄGT MEINE ZÜGE Regie: Ginka Tscholakowa, Produktion: Atlantis-Film, Berlin in Zusammenarbeit mit dem LCB
  • 1995
    VHS-Video WIDERSPIELE. WALTER HÖLLERER - EIN VIDEOPORTRÄT Nr. 2, Hergestellt vom LCB e.V., Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., Köln und dem WDR, Köln
  • 1995
    Radio Bremen Literarischer Club Vier Neuerscheinungen im Urteil der Literaturkritik Louis Begley: "Wie Mac es sah", Günter Grass: "Ein weites Feld", Peter Hoeg: "Der Plan von der Abschaffung des Dunkesl", Milan Kundera: "Die Langsamkeit" Diskussionsteilnehemer: Franz Josef Görtz, Martin Lüdke, Mathias Schreiber Gesprächsleiterin: Beate Pinkerneil
  • 1996
    Deutschlandfunk Studio LCB Lesung: Ilse Aichinger Gesprächspartner: Richard Reichensperger; Moderation: Hajo Steinert
  • 1997
    Radio Bremen Literarischer Club Vier Neuerscheinungen im Urteil der Literaturkritik Peter Handke: "In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus", Botho Strauß: "Die Fehler des Kopisten", Peter Hýeg: "Die Frau und der Affe", Mariane Hofmann: "Es glühen die Menschen, die Pferde, das Heu" Diskussionsteilnehmer: Mathias Schreiber, Gutav Seibt, Martin Lüdke Gesprächsleiterin: Beate Pinkerneil
  • 1998
    Deutschlandfunk Studio LCB Lesung Hilde Domin; Gesprächspartner: Manon Andreas-Griesebach, Walter Hinck; Moderation: Liane Dirks
  • 1999
    Buch Autorenwerkstatt Prosa 1999. Herausgegeben von Ursula Krechel
 
           
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