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Andrej Wosnessenskij

         

Poesie ist das, was dem Fließband entgegensteht
Berlin 1966/67

 

Wahrscheinlich ist Poesie in unserem Zeitalter das, was dem Standard, dem Fließband entgegensteht und was der menschlichen Seele in dieser Hinsicht ein Gegengewicht zu bieten vermag.

 

Autoren im Haus. 20 Jahre Literarisches Colloquium Berlin. Herausgegeben von Walter Höllerer. 1982, S.30

     

H.C. Artmann (1921-2000)

   

blauboad 1

 

i bin a ringlgschbüübsizza und hob scho sim weiwa daschlong und eanare gebeina untan schlofzimabon fagrom.

 

heit lod i ma r ei di ochte zu einen libesdraum daun schdöl i owa s oaschestrion ei und bek s me n hakal zaum!

 

so fafoa r e med ole maln wäu ma d easchte en gschdis hod gem das s mii amo e darwischn wean doss wiad kar mendsch darlem!

 

i bin a ringlgschbüübsizza (und schlof en da nocht nua bein liacht wäu i mi waun s so finzta is fua de dodn weiwa fiacht.)

Aus H.C. Artmann med ana schwoazzn dintn. Gedichta r aus bradnse. Otto Müller Verlag Salzburg 1958

   

Blaubart 1
Übertragung ins Hochdeutsche

 

Ich bin ein Karussellbesitzer und habe schon sieben Weiber erschlagen und deren Knochen unter dem Schlafzimmerboden vergraben.

 

Heute lade ich mir die achte zu einem Liebestraum ein. Dabei stell ich aber das Orchestrion ein und zerhacke sie mit einem Beil.

 

So gehe ich mit allen Mädchen um, weil mir die erste einen Laufpass gegeben hat. Dass sie mich einmal erwischen werden, wird kein Mensch erleben.

 

Ich bin ein Karussellbesitzer (und schlafe nur bei Licht in der Nacht, weil ich mich, wenn es finster ist, vor den toten Frauen fürchte).

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        (c) 2003 literarisches colloquium berlin