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Anthony Ingrassia

         

Berührungen

 

Hörspiel. Regie: Götz Naleppa. Ursendung 19.3.1979 (Rias und NDR Hamburg). Es geht um einen jungen amerikanischen Theaterregisseur, der als Drama-Therapeut in Konflikte gerät und von New York nach Westberlin flüchtet. Von da aus führt Jaime – so heißt er - viele Ferngespräche, mit dem folgenden endet das Hörspiel:

Jaime (Berlin)
Also, wann kommst du mich mal besuchen?
Tony (New York)
Vielleicht nächsten Monat. Ich kann wahrscheinlich für drei Wochen weg.
Jaime
Großartig.
Tony
Jaime, gefällt es dir wirklich dort?
Jaime
Die Stadt ist toll. Die Leute sind toll. Aber das Tollste ist, dass die Stadt von einer Mauer umgeben ist.

Anthony Ingrassia, Berührungen. Hörspiel. Aus dem Amerikanischen von Götz Naleppa, Berlin 1982 [= LCB-Edition 66]

 
                   

Manfred Mixner

   

In den sechziger Jahren prägte der Medienwissenschaftler Friedrich Knilli den Begriff des "Schallspiels", um der traditionellen Hörspieldramaturgie (dem Hörspiel als Spiel auf einer inneren Bühne) ein modernes Konzept radiophoner Kunst entgegenzustellen.

In den siebziger Jahren setzte sich der Begriff Neues Hörspiel durch, und zwar für jene Radiostücke, die sich mit den Methoden der seinerzeit aktuellen Literaturgenres, zum Beispiel der Konkreten Poesie, erarbeiten ließen, aber im Grunde war dies eine Rückbindung des Hörspiels an die Literatur und keine Einlösung der Knillischen Utopie vom Totalen Schallspiel.

Erst in den achtziger Jahren begann sich mit den Begriffen Akustische Kunst bzw. "ars acustica" eine Ablösung jener Produktionen von der Zugehörigkeit zur Gattung Literatur abzuzeichnen, in denen das Spiel mit den radiophonen Materialien Sprache, Geräusche und Musik sich immer weiter von realistischen Konzeptionen entfernte.

Gemeint waren mit diesen Begriffen damals zwar hauptsächlich experimentelle Hörspiele und Lautpoesie, aber auch Hörspielarbeiten von Komponisten und Medienkünstlern. In den neunziger Jahren wurde, auch dank der raschen Entwicklung von digitalen Produktionstechniken, neue Möglichkeiten der Klangverarbeitung genutzt; die Begriffe Soundart bzw. Klangkunst kamen auf. Bezeichnet wurden damit Werke, in denen die alten klassischen Abgrenzen von Musik, Literatur und bildenden Künsten aufgehoben waren. In dieser Kunstentwicklung behielt das Radio seine wichtige Funktion: als Produktionsstätte, als Diskussions-, Publikations- und Vermittlungsforum und nicht zuletzt als Geldgeber.

Zitat aus dem Webbeitrag INTERNATIONALE RADIOKUNST

Eine Sendereihe für die Freunde der audio art. Von Manfred Mixner, Leiter der Redaktion Hörspiel und Radiogeschichten beim Sender Freies Berlin, o.J.

Mehr erfahren Sie auf den Internet-Seiten der Hörspielbox >

 

Radiokunst

 
           
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